Prüfungsprogramm des Deutschen Judo-Bund e.V.

 

8. Kyu: weiß-gelber Gürtel
7. Kyu: gelber Gürtel
6. Kyu: gelb-oranger Gürtel
5. Kyu: oranger Gürtel
4. Kyu: orange-grüner Gürtel
3. Kyu: grüner Gürtel
2. Kyu: blauer Gürtel
1. Kyu: brauner Gürtel

Allgemeine Erläuterungen zu den Prüfungsfächern

 

 

 

 

 

8.Kyu: weiß-gelber Gürtel (Mindestalter: vollendetes 7. Lebensjahr)

Falltechniken

Grundform der Wurftechniken

Grundform der Bodentechniken

Anwendungsaufgabe Stand

Anwendungsaufgabe Boden

Randori (3-5 Randori á 1 Minute)

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7.Kyu: gelber Gürtel (Mindestalter: 8. Lebensjahr - Jahrgang)

Falltechniken

Grundform der Wurftechniken

Grundform der Bodentechniken

Anwendungsaufgabe Stand

Anwendungsaufgabe Boden

Randori (3-5 Randori á 1 Minute)

(zurück)

 

6.Kyu: gelb-orangener Gürtel (Mindestalter: 9. Lebensjahr - Jahrgang)

Falltechniken

Grundform der Wurftechniken

Grundformen der Bodentechniken

Anwendungsaufgabe Stand

Anwendungsaufgabe Boden

Randori (3-5 Randori á 2 Minute)

(zurück)

 

5.Kyu: orangener Gürtel (Mindestalter: 10. Lebensjahr - Jahrgang)

Falltechniken

Grundform der Wurftechniken

Grundform der Bodentechniken

Anwendungsaufgabe Stand

Anwendungsaufgabe Boden

Randori (4-6 Randori á 2 Minute)

(zurück)

 

4.Kyu: orange-grüner Gürtel (Mindestalter: 11. Lebensjahr - Jahrgang)

Falltechnik

Grundform der Wurftechniken

Grundform der Bodentechniken

Anwendungsaufgabe Stand

Verteidigen durch Blocken gegen 2 verschiedene Eindrehtechniken.

Anwendungsaufgabe Boden

Randori (4-6 Randori á 2 Minute)

(zurück)

 

3.Kyu: grüner Gürtel (Mindestalter: 12. Lebensjahr - Jahrgang)

Vorkenntnisse

Falltechnik

Grundform der Wurftechniken

Grundform der Bodentechniken

Anwendungsaufgabe Stand

Anwendungsaufgabe Boden

Randori (5 Randori á 2 Minute)

Kata

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2.Kyu: blauer Gürtel (Mindestalter: 13. Lebensjahr - Jahrgang)

Vorkenntnisse

Grundform der Wurftechniken

Grundform der Bodentechniken

Anwendungsaufgabe Stand

Anwendungsaufgabe Boden

Randori (5 Randori á 2 Minute)

Kata

(zurück)

 

1.Kyu: brauner Gürtel (Mindestalter: 14. Lebensjahr - Jahrgang)

Vorkenntnisse

Grundform der Wurftechniken

Grundformen der Bodentechniken

Anwendungsaufgabe Stand

Anwendungsaufgabe Boden

Randori (3 Randori á 3 Minute)

Kata

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Allgemeine Erläuterungen zu den Prüfungsfächern

Die hier vorliegende Prüfungsordnung für die Kyu-Grade im DJB besteht aus bis zu 8 Prüfungsfächern. Nicht alle Prüfungsfächer werden bei jeder Kyu-Prüfung überprüft.
Bei den Prüfungen vom 8.Kyu bis zum 5.Kyu entfallen die Prüfungsfächer Vorkenntnisse und Kata.
Mit dem 4. Kyu kommt das Prüfungsfach Vorkenntnisse hinzu. Der 4. Kyu markiert den Beginn eines fortgeschrittenen Judokas (orange-grüner Gürtel).
Zum 3.Kyu wird Kata neu eingeführt, wobei die Gruppe Koshi-waza (Hüftwürfe) ausschließlich bekannte Würfe enthält. So können sich die Prüflinge auf die speziellen Abläufe konzentrieren, mit der die Nage-no-Kata demonstriert wird. Auf dieser Stufe werden alle 8 Prüfungsfächer überprüft.
Zum 2. und 1. Kyu entfällt das Prüfungsfach “Falltechnik”. Ab dieser Stufe sollten alle Falltechniken des Judo sicher und souverän gekonnt sein. Das Zeremoniell steht nicht im Vordergrund, wohl aber die gestaltete Bewegung.

1. Vorkenntnisse

Vorkenntnisse werden stichprobenartig ab dem 4.Kyu (orange-grüner Gürtel) überprüft. Dabei soll deutlich werden, dass der Prüfling auch die Prüfungsinhalte der vorangegangenen Kyu-Grade beherrscht. Außerdem sollten die im Prüfungsfach genannten japanischen Begriffe mit ihren deutschen Bedeutungen bekannt sein.
Stichprobenartig meint, dass einige wenige Inhalte relativ kurz überprüft werden. Daher sollte der Prüfer das Fach Vorkenntnisse nicht als erstes Prüfungsfach nehmen, sondern immer dann Vorkenntnisse überprüfen, wenn es ihm auf Grund der konkreten Prüfungssituation hilfreich bzw. für den Prüfling nützlich erscheint. Hier ist Einfühlungsvermögen und große pädagogische Verantwortung seitens der Prüfer gefordert. Bei entsprechend guter Prüfungsleistung kann auf die Überprüfung der Vorkenntnisse verzichtet werden!

2. Falltechnik

Die Ukemi-waza (Falltechniken) sind für das Judo typische Fertigkeiten und elementar wichtig für das Erlernen der Würfe und den persönlichen Schutz vor Verletzungen. Deshalb fließt das Verhalten Ukes in die Bewertung mit ein. Falltechniken sollten immer in dem Maße vermittelt werden, wie es zum Erlernen der geplanten Wurftechniken notwendig ist.

Für das Erlernen des O-goshi oder Uki-goshi in der Ausbildungsstufe des 8.Kyu ist die Falltechnik vorwärts nicht zwingend notwendig. Wichtiger sind zu diesem Zeitpunkt das Erlernen der korrekten seitlichen Landeposition und der richtige Einsatz des abschlagenden Armes.

3. Grundform der Wurftechnik

Die Grundform der Wurftechnik wird zunächst mit einem zweckmäßigen Standardgriff (z.B. einem Ärmel-Kragengriff, mit dem beide Körperseiten von Uke kontrolliert werden) zumeist aus dem Stand geworfen. Dabei sollen Kumi-kata und die einzelnen Phasen der Wurftechnik (Kuzushi, Tsukuri, Kake) deutlich gemacht werden. Es muss sichtbar sein, dass der Prüfling die Hauptfunktion der Technik verstanden hat. Dabei kann der Prüfling die Technik auch überdeutlich und langsamer als üblich demonstrieren. Uke muss sich so verhalten, dass die Technik leicht ausgeführt werden kann.

4. Grundform der Bodentechnik

In diesem Prüfungsfach soll der Prüfling nur die “Endposition” ohne Widerstand von Uke demonstrieren. Bei Haltegriffe soll korrekte Kontrolle deutlich werden, bei Armhebel ein kontrolliertes Überstrecken oder Verriegeln des Armes erkannt werden und bei Würgegriffen die Wirkung der Technik sichtbar sein. Dabei soll der Prüfling eine Position oder Situation wählen, in der er die geforderte Grundform deutlich demonstrieren kann.

5. Anwendungsaufgabe Stand

Im Unterschied zur Grundform soll die Anwendung der Standtechnik zumeist aus der Bewegung erfolgen. Judo soll zunehmend deutlicher als ein Spiel von Aktion und Reaktion verstanden werden, bei dem die Übenden wechselseitig mit den Aktionen und Reaktionen des Partners “spielen”. Auf die wichtige Rolle von Uke zum Gelingen dieser Aufgabe wurde bereits hingewiesen.
Diese Anwendungsaufgaben enthalten fast immer eine Wenn-/Dann-Beziehung. Damit ist gemeint, dass die zu demonstrierende Technik in einer vorgegebenen Situation demonstriert werden soll.
Da in der ersten Stufe des 8.Kyu die Wurftechniken immer Reaktionen auf Aktionen von Uke sind, ist es sehr wichtig, das richtige Verhalten von Uke, also die Ausgangssituation, mit zu üben. Auf der Stufe des 8. und 7. Kyu nutzt Tori die vorgegebene Situation für seinen Wurf, er reagiert auf Uke. Der ständige Wechsel in der Rolle (als Tori und Uke) schult das Verständnis für die richtige Situation und das angemessene Verhalten.
Ab dem 6.Kyu schafft sich Tori selber günstige Situationen für die Anwendungen der Wurftechniken, er agiert, die Anwendungsaufgabe wird durch das Wechselspiel von Aktion und Reaktion bestimmt.
Wie man zunehmend komplexer werdende Situationen herstellen und/oder für sich nutzen kann, soll in diesem Prüfungsfach deutlich gemacht werden.

6. Anwendungsaufgabe Boden

Ähnlich wie bei der Anwendungsaufgabe Stand soll der Prüfling demonstrieren, wie man eine Bodentechnik (Katame-waza) herausarbeitet. In Japan sagt man dazu hairi-kata (die Form, wie man hinein kommt). Aus dem Übergang vom Stand zum Boden, aus der Bank oder der Bauchlage oder aus der Situation Rückenlage (so genannte Standardsituationen) sollen Bodentechniken und die Verteidigungsmaßnahmen gegen diese demonstriert werden. Zu Beginn wird die Situation vorgegeben, aus der man vorgegebene Grifftechniken bzw. Verteidigungshandlungen gegen diese Grifftechniken als Abschluss demonstrieren soll. Später können vorgegebene Situationen mit Grifftechniken auch nach eigener Wahl abgeschlossen werden. Zum 2. und 1. Kyu sollen für vorgegebene Grifftechniken dann passende Standardsituationen sinnvoll gewählt werden.
In diesem Prüfungsfach soll der Prüfling nachweisen, dass er ein Verständnis für situativ richtige Anwendung von Grifftechniken entwickelt hat.
Uke soll bei allen Anwendungsaufgaben seinen Widerstand bzw. seine Handlungen so dosieren, dass Tori die Aufgabe mit eigener Anstrengung gut lösen kann (d.h. nicht zu viel aber auch nicht zu wenig Widerstand).

7. Randori

Randori bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie “wild durcheinander greifen”. Allgemein kann man es mit “freiem Üben” oder “Sparring” passend übersetzen.
Beim Randori - vor allem in den ersten 4 Prüfungen - ist das Üben nicht vollständig frei. Jedoch soll im Gegenzug zur Anwendungsaufgabe der Zeitpunkt der Durchführung der Techniken frei wählbar sein, die spezifische Art der Technik kann individuelle Ausprägungen haben und es soll mit verschiedenen, vorher nicht festgelegten Partnern geübt werden. Außerdem gibt es keine feste Rollenverteilung für Tori/Uke und keine Festlegung auf bestimmte technisch/taktische Handlungen.
Randori sollte eine nicht abgesprochene freie, lockere Demonstration der gestellten Aufgabe sein.
Mit zunehmendes Gürtelstufe sollten sich auch im Randori deutliche Qualitätsverbesserungen zeigen. Diese können in einer größeren Sicherheit und Schnelligkeit der Technikausführung, einem präziseren Erfassen günstiger Situationen und einer vielfältigeren Technikauswahl auf Seiten von Tori und in einem zunehmend realistischeren, an Wettkampfsituationen angepassten Verhalten von Uke bestehen.
Im Gegensatz zum Standrandorie kann beim Bodenrandori schon deutlich früher mit realistischen Widerständen gearbeitet werden.

8. Kata

Kata (Form, formelle Übungen, Übungen von vorgegebenen Bewegungsfolgen) ist erstmals in das Prüfungsprogramm für Kyu-Grade aufgenommen worden.
Kata wird ab dem 3. Kyu (grüner Gürtel) überprüft. Kata ist so etwas wie die Grammatik des Judo. “Der Partner weiß genau, was mit ihm geschieht, wie er sich zu bewegen hat, damit die zu einstudierende Technik überhaupt angewandt werden kann… Die Kata-Methode garantiert, dass trotz der Vielfalt der möglichen Variationen und der persönlichen Eigenheiten der Lehrer ein gewisser Standard in den Techniken überall erhalten bleibt und verbreitet wird.” (Hoffmann 1969, 16)
Es werden drei Gruppen der Nage-no-kata (Form des Werfens) ab dem 3.Kyu geprüft, jedoch nicht in der Reihenfolge, wie sie in der Nage-no-kata vorkommen. In jeder Gruppe müssen 3 Würfe jeweils rechts und links hintereinander in einer vorgegebenen Schrittfolge demonstriert werden.
Zum 3.Kyu werden die Koshi-waza (Hüfttechniken) verlangt, die 3. Gruppe der Naga-no-kata. Zum 2.Kyu muss die 2. Gruppe Ashi-waza (Fuß-/Beintechniken) demonstriert werden. Zum 1.Kyu wird die 1. Gruppe Te-waza (Handtechniken) verlangt.
Die Reihenfolge der Gruppen ist gegenüber der Nage-no-kata deshalb verändert, weil zum jeweiligen Zeitpunkt, an dem die Gruppen in dieser Prüfungsordnung verlangt werden, die zu demonstrierenden Techniken schon vorher eingeführt wurden.
Die Anforderungen an die Qualität der Form bei der Ausführung sollen sich vom 3. zum 1.Kyu steigern. Dabei geht es in erster Linie um die Verbesserung der Techniken und nicht um eine Überbetonung des Zeremoniells. Es sollen die grundlegenden Bewegungsanforderungen eines Kata von Anfang an deutlich werden (z.B. Körperspannung, Vermeidung überflüssiger Bewegungen) sowie die Zusammenhänge von Angriff und angewandter Technik oder die festgelegten Schrittmuster und Schrittfolgen.

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